Der AStA der Uni Frankfurt, an dem sich die FDH beteiligt, hat heute seine Jahresbilanz veröffentlicht. Damit die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden kann: Bei den Wahlen nächste Woche FDH wählen!
Der AStA der Universität Frankfurt am Main zieht nach einem Jahr Bilanz
Im vergangenen März bildete sich eine Koalition aus den Gruppen Grüne Hochschulgruppe, Schildkröten, Demokratische Linke Liste (DLL), Linke Liste (LiLi), Fachschafteninitative Demokratische Hochschule (FDH), Die Linke.SDS und Pinguine. Wir waren explizit als linke AStA-Koalition angetreten und wollten uns für einen radikalen Wechsel in der Hochschulpolitik der Universität Frankfurt einsetzen. Nach einem Jahr ziehen wir dabei ein gemischtes Fazit. Unsere Koalition hatte, wie jede andere AStA-Koalition zuvor, auch mit einigen Problemen zu kämpfen und am Ende konnten wir definitiv nicht alle Projekte in der Art und Weise durchführen, wie wir uns dies gewünscht hätten. Auch der zwischenzeitliche Ausstieg der Hochschulgruppe Schildkröten hat uns vor große Herausforderungen gestellt, einen arbeitsfähigen AStA am Laufen zu halten. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass der AStA in diesem Jahr viele erfolgreiche Projekte organisiert hat und wir für wichtige hochschulpolitische Impulse verantwortlich sind. Die verbleibenden Hochschulgruppen und Referent_innen in der AStA-Koalition setzen sich daher weiter für einen linken AStA ein und möchten auch in Zukunft solidarisch zusammen arbeiten. Im Folgenden möchten wir euch eine Auswahl der AStA-Arbeit liefern.
- WOHNRAUM FÜR ALLE: Die Wohnungsnot in Frankfurt am Main ist massiv. Auch viele Studierende bekommen am Anfang des Semesters keine bezahlbare Wohnung. Der AStA reagierte auf diese Situation mit einem Indoor-Camp. Wohnungslose Studierende konnten im Studierendenhaus des AStA kostenlos wohnen, von dort auf Wohnungssuche und in ihre Seminare gehen. Zeitgleich machten wir das Thema in der Presse breit bekannt und konnten dadurch eine gesellschaftliche Debatte anstoßen und zudem Druck auf Landesebene, auf die Stadt, die Unileitung und das Studentenwerk aufbauen. Wir unterstützen auch weiterhin studentische und außeruniversitäre Initiativen für guten und bezahlbaren Wohnraum für Alle!
- NEUES STUDIERENDENHAUS: Als AStA haben wir maßgeblich die Verhandlungen über das neue Studierendenhaus auf dem I.G.-Farben Campus zu einem verbindlichen Abschluß gebracht. In den letzten Jahren hatte sich bei dieser Frage nur wenig bewegt. Endlich kann der Bau eines neuen Studierendenhauses losgehen. Auf dem Campus Niederrad konnten wir zudem erwirken, dass für das abgerissene Studierendenhaus KOMM ein vollwertiges Ersatzobjekt gebaut werden muss.
- STUDIENBEDINGUNGEN: Wir haben uns mit großer Energie der schlechten Studienbedingungen in den Fachbereichen angenommen. Viele Seminare und Vorlesungen sind gnadenlos überfüllt. Wir reagierten mit einer Ausweitung der Kampagne zum Seminarrauswurf und forderten öffentlichkeitswirksam gegenüber Präsidium und Landesregierung eine erhebliche Steigerung der finanziellen Unterstützung für die Universitäten ein.
- BILDUNGSKÜRZUNGEN: Wir haben die Kritik gegenüber dem knebelnden Hochschulpakt und der Position des Unimanagements, das Millionenkürzungen zugestimmt hat, fortgeführt im Senat und gegenüber Ministerpräsident Bouffier und Ministerin Kühne-Hörmann. Einzelne Zuschüsse konnten abgerungen werden, aber die grundsätzliche Unterfinanzierung bleibt ein strukturelles Problem für alle Bildungseinrichtungen in Hessen und darüber hinaus.
- ENTDEMOKRATISIERUNG: Wir haben gegen den Verlust der Mitsprache in der Lehrer_innenausbildung gekämpft und andauernd den autoritären Führungsstil des Management unter Müller-Esterl angegriffen. Die vollständige Entmachtung des Senats und die Umgehung der akademischen Überprüfung von Neubesetzungen von Lehrstühlen durch die vom Präsidium eingesetzte „Stabsstelle Berufungen“ sind den professoralen Mitgliedern der Unigremien durch unser Einschreiten bewußt geworden.
- INITIATIVENFÖRDERUNG: In unserer Arbeit fand eine Vielzahl studentischer Initiativen Unterstützung. Wir halfen bei der Finanzierung und Durchführung vieler studentischer Projekte, u.a. Diskussionsveranstaltungen, Tagungen, Theater, Parties und Publikationen. Unser Ziel, möglichst viele studentische Gruppen substantiell zu fördern, ist gänzlich erfüllt.
- EURE ASTA-PARTIES: Durch unsere neuen Veranstaltungskonzepte und euer zahlreiches Erscheinen wurden die Semesterstartparty und das AStA-Sommerfest zu angenehmen Feiern mit wenig Stress und guter Stimmung. Es waren auch finanziell die erfolgreichsten AStA-Parties der letzten Jahre.
- FRIEDLICHE UND ZIVILE FORSCHUNG UND LEHRE: Zusammen mit dem Arbeitskreis Zivilklausel, haben wir uns dafür eingesetzt, dass Militärforschung an der Universität gestoppt wird.
- FAIRERE ARBEITSBEDINGUNGEN: Als einziger AStA, seit vielen Jahren, haben wir es geschafft die Bedingungen für unsere Mitarbeiter_innen nachhaltig zu verbessern. Das Ergebnis ist ein Tarifvertrag, der unseren Angestellten eine angemessene Vergütung zusichert.
- KOMMUNIKATION: Ebenfalls von den letzten ASten weitgehend verschlafen: die Überarbeitung der AStA-Homepage. Wir haben ein innovatives Konzept mit einer Agentur ausgearbeitet. Die neue AStA-Homepage wird übersichtlicher, schicker und vor allem partizipativer.
- KFZ-REFERAT: Wir konnten das KfZ-Referat der Universität retten. Obwohl die Universität dieses wegkürzen wollte, konnten wir dafür sorgen, dass es auch weiterhin günstige Autoleihmöglichkeiten für Studierende gibt.
- SOZIALINFO: Unsere Referent_innen arbeiten unermüdlich an einer neuen Sozialinfo, damit ihr mit euren Sorgen und Fragen rund ums Studium nicht alleine seid. Auch unsere Sozialberatung ist gefragt und war Vielen eine große Hilfe.
- NO NAZIS: Wir haben uns aktiv gegen Nazis eingesetzt! Ob durch Veranstaltungen zur rechten Szene oder mit Informationskampagnen über Burschenschaften….kein Fußbreit den Faschisten!
- SEMESTERTICKET: Im Fahrgastbeirat der RMV haben wir eure Interessen für ein einigermaßen bezahlbares öffentliches Verkehrssystem in Frankfurt vertreten.
- BLEIBERECHT: Viele unserer Kommiliton_innen leben mit unsicherem Aufenthaltsstatus, da sie aus dem Ausland hierher gekommen sind. Einige sind sogar von Abschiebungen bedroht. Mit PRO ASYL haben wir gemeinsam auf diese miserable Lage aufmerksam gemacht und uns für Flüchtlingsrechte stark gemacht.
- KONTROLLGESELLSCHAFT UND POLIZEISTAAT: Gegen Überwachungswahn an Hochschulen und gegen Polizeigewalt bei Bildungs-Demonstrationen! Wir haben uns gegen die Einschränkung der Grundrechte von Studierenden stark gemacht, indem wir inhaltliche Veranstaltungen zu Verfassungsschutz an Hochschulen und rechtlichen Rahmenbedingungen politischer Arbeit unterstützt haben und uns an der Kritik und den Protesten gegen die Innenministerkonferenz in Frankfurt eingesetzt haben.
Viele andere Projekte konnten wir nicht realisieren und es bleibt viel zu tun. In den nächsten beiden Jahren steht der Umzug des Campus von Bockenheim auf den IG-Farben-Campus im Westend an und es werden weiter steigende Studierendenzahlen erwartet. Die Wohnungsnot und die Überfüllung der Seminare wird dann eskalieren. Wenn ihr mit dieser Situation unzufrieden seid, hoffen wir, dass ihr wählen geht und eine Politik unterstützt, die sich kritisch und unnachgiebig für die Fortführung einer emanzipatorischen Perspektive einsetzt.
Grüne Hochschulgruppe, Demokratische Linke Liste, Linke Liste, Fachschafteninitiative Demokratische Hochschule (FDH), Die Linke.SDS, Pinguine.