AStA-PM: Franconofurt bricht IvI-Türen auf – AStA zeigt sich schockiert über offenen Rechtsbruch

Am Dienstag Morgen gegen 09.30 haben Mitarbeiter_innen der Franconofurt AG die Eingangstüren des Institut für Vergleichende Irrelevanz (IvI) ausgehebelt, Strom und Wasser abgestellt und damit begonnen, die sich im Haus aufhaltenden Personen abzufilmen. Als Menschen diese Maßnahmen nicht hinnehmen wollten und sich auf die Treppe setzten, drohte Franconofurt mit der Hinzuziehung der Polizei. Nach ca. 45 Minuten verschwanden die Mitarbeiter_innen der AG wieder, Strom und Wasser bleiben jedoch abgestellt, die Eingangstüren wurden ebenfalls mitgenommen.

Der AStA ist schockiert über das Verhalten der Franconofurt AG. „Ohne Räumungstitel und ohne vorherige Absprachen mit den Nutzer_innen in ein Haus einzubrechen, stellt einen klaren Rechtsbruch dar,“ erklärt Florian Muhs, Öffentlichkeitsreferent des AStA. „Ohne Strom, Wasser und Eingangstüren ist völlig klar, dass das Haus nicht nutzbar ist. Dies kommt einer Zwangsräumung gleich.“

Das ehemalige Universitätsgebäude im Kettenhofweg 130, was seit 2003 besetzt ist, wurde im Februar verkauft. Bis heute ist unklar, wann das Gebäude in den Besitz der Franconofurt AG übergehen soll und zu welchen Bedingungen die bisherigen Nutzer_innen ihre Arbeit in dem Gebäude fortsetzen können. „Die jetzt wohl bald anstehende Räumung des Gebäudes vernichtet einen Raum, der in seiner bisherigen Form einzigartig für Frankfurt ist,“ erläutert Jessica Lütgens, Kommunikationsreferentin des AStA. „Die Verbindung von kritischer Wissenschaft, Kultur und Politik, die durch das Institut betrieben wird, findet sonst nirgendwo statt.“

Der AStA solidarisiert sich mit den Nutzer_innen des IvI und fordert den Bestand des Instituts in seiner jetzigen Form.

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We ♥ IvI!

Wir möchten hier auf den Blog weloveivi hinweisen, auf dem Solidaritätsbekundungen und Presseartikel zum in seinem Bestand konkret bedrohten Institut für vergleichende Irrelevanz zu finden sind.

Kritisches Denken braucht – und nimmt sich – Zeit und Raum!

AStA-PM: Das IvI muss erhalten bleiben! – AStA erneuert scharfe Kritik am Verhalten der Uni-Leitung

Wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 6. März zu entnehmen ist, soll der Kettenhofweg 130 im Sommer in das Eigentum der Franconofurt AG übergehen. Aktuell befindet sich dort das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI), ein seit 2003 von Studierenden und weiteren Akteuren besetztes und für wissenschaftliche Theoriearbeit und diverse Kulturprojekte genutztes Haus.
„Das Präsidium der Universität ist nicht gewillt in der Angelegenheit offen mit seinen Studierenden und den Aktiven im IvI zu kommunizieren. Es ist unglaublich, dass wir aus der Presse erfahren mussten, an wen das Haus verkauft wird“, ärgert sich Maximilian Pichl, AStA-Referent für Studienbedingungen. „Die undemokratische Politik des Präsidiums um Werner Müller-Esterl geht damit in eine neue Runde: Etliche Male baten wir zuletzt um Informationen, es wurde sich dumm gestellt.“
„Perfide wird der Verkauf und die geplante Umnutzung des Gebäudes gerechtfertigt. Die Leitung der Universität argumentiert mit den notwendigen Einnahmen zugunsten der Bauten auf einem neuen Campus, zeitgleich wird der endgültige Kaufpreis des von der Universitätsleitung ungeliebten Objektes nicht veröffentlicht. Die in Verruf geratene Franconofurt AG erwägt angeblich die Einrichtung einer Kindertagesstätte, womöglich um gleich nach dem IvI die Untauglichkeit der Räumlichkeit zu erklären“, bewertet David Malcharczyk, Referent für Politische Bildung, die Lage. „Es wirkt, als ob es sich um ein abgekartetes Spiel und koordiniertes Marketing zwischen Uni-Präsidium und dem Investor handelt. Ein öffentliches Gebäude wurde veräußert, ohne zumindest zuvor den NutzerInnen einen Vermittlungsvorschlag oder auch ein Kaufangebot zu unterbreiten. Es
ist für Spekulationsgeschäfte feilgeboten worden, kaum in einer gesellschaftlich relevanten Absicht.“
„Wer das neue Studierendenhaus am Campus IG Farben im Westend als Ausweichort des IvI ins Gespräch bringt, beweist nur Unkenntnis über die Situation“, erläutert Florian Muhs, Referent für Studienbedingungen: „Die Räume des Studierendenhauses, dessen Spatenstich noch fern ist, sind schon jetzt verplant. Zudem ist es – wie der Name schon sagt – primär Studierenden vorbehalten und ermöglicht eine funktionierende studentische Selbstverwaltung. Das IvI hingegen ist ein Ort des umfassenden Zusammenlebens von Studierenden wie auch Anderen mit Engagement und Sorge um Kritisches Denken. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass das IvI im Kettenhofweg 130 besteht: Kritisches Denken braucht Zeit und Raum!“

Hierzu auch ein Artikel der Frankfurter Rundschau:

Solidarität mit dem IvI! Freiräume erhalten!

Wie berichtet, soll das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) im Kettenhofweg 130 verkauft werden. Die Existenz des Instituts ist damit direkt bedroht. Nun wehren sich die Nutzer_innen des IvI und der AStA gegen den drohenden Verkauf und die Abschaffung studentischer (Gegen-)Kultur an der Universität.

Wir solidarisieren uns mit dem Institut und rufen dazu auf, sich an der E-Petition für den Erhalt des IvI zu beteiligen.

Kritisches Denken braucht – und nimmt sich – Zeit und Raum!

 

AStA-PM: Kettenhofweg 130 wird verkauft – Skandalöses Kommunikationsverhalten des Präsidiums

Wie das Präsidium der Goethe-Universität auf der heutigen Senatssitzung mitteilte, laufen aktuell weit fortgeschrittene Verhandlungen über einen Verkauf des ehemaligen Instituts für Anglistik im Kettenhofweg 130. Über den Namen des Käufers sowie Inhalte eines Kaufvertrages wollte das Präsidium keine Auskunft geben. Auch über den im Raum stehenden Kaufpreis schwieg sich das Präsidium aus. Es habe allerdings schon mehrere Gespräche mit einem potenziellen Käufer sowie Finanzminister Schäfer und Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann gegeben.

Studierende hatten das Gebäude im Jahr 2003 besetzt und das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) gegründet. Es bietet Raum für kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, die im normalen Uni-Betrieb keinen Platz (mehr) finden. Das IvI hat daher einen enorm hohen Stellenwert für die Studierendenschaft, um der Verdrängung kritischer Wissenschaften an der Universität etwas entgegenzusetzen.

Der AStA zeigt sich entsetzt über die aktuellen Entwicklungen. „Das Kommunikationsverhalten des Präsidiums zu dem geplanten Verkauf ist ein absoluter Skandal!“, meint Florian Muhs, Referent für Studienbedinungen des AStA. „Auf dem Jour Fixe mit dem Präsidenten am Montag wurde explizit nach der Situation des Gebäudes gefragt. Dort erhielten die Vertreter_innen des AStA keine Antwort.“ Es stelle sich die Frage, wieso weder die Nutzer_innen des Gebäudes noch die Studierendenschaft über einen geplanten Verkauf frühzeitig informiert worden sind.

Der AStA fordert das Präsidium auf, den Fortbestand des Instituts sicherzustellen. „Die Universität muss sich dafür einsetzen, dass sich engagierte Studierende in Frankfurter Tradition selbstbestimmt mit kritischen Wissenschaften im Allgemeinen und speziell auch der Kritischen Theorie auseinandersetzen können,“ sagt Muhs weiter.

Der AStA solidarisiert sich mit den Nutzer_innen des Instituts und wird sie umfassend über die kommenden Entwicklungen informieren.